Endometriose – gib niemals auf!

14. April 2019

Es gibt Tage da geht es einem nicht gut und man will sich einfach nur ins Bett oder auf das Sofa verkriechen. Das ist als Mama aber leider nicht immer möglich, ich schreibe heute wieder über ein Herzensthema. In der letzten Zeit bin ich wieder sehr geplagt und ich dachte mir, ich lasse Euch auch daran mit teilhaben. 

Ich habe Endometriose

Endo was???? Diese Frage bekomme ich immer wieder zuhören. Es ist sehr traurig zu wissen, dass viele Menschen diese Krankheit noch nicht kennen, obwohl es eine der häufigsten Krankheiten bei Frauen ist. Endometriose ist eine gutartige, aber meist sehr schmerzhafte, chronische Erkrankung bei Frauen.  Endometriose ist außerdem eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit.  Als bei mir damals die Krankheit Diagnostiziert wurde, hieß es, dass die Chance auf normalen Wege Schwanger zu werden nur bei 2% läge. Ich möchte hier Mut machen, nicht aufzugeben, ich habe es dennoch auf normalen Wege geschafft Schwanger zu werden. Das war damals ein absoluter Schock, aber im positiven Sinne. Eigentlich sollte es ja unmöglich sein, damals hatte ich mich schon schweren Herzens damit abgefunden und wir hatten uns sogar schon über andere Alternativen Informiert, zum Beispiel Adoption.

Meine Schwangerschaft verlief zum Glück einigermaßen normal, außer das ich 9 Monate mich ständig übergeben musste. Nach der Schwangerschaft, so hatte ich das gefühlt wurde die Endometriose immer schlimmer. Teilweise wurde (und wird auch heute noch) mir so schwindelig vor Schmerzen, das ich mich kaum auf den Beinen halte konnte. Selbst das laufen hat echt weh getan. Damals mit einem kleinen Baby, war das auch nicht ohne. Aber zum Glück habe ich das gut hinbekommen, wenn auch mit etwas Unterstützung von der Caritas. Diese haben das Programm LENA damals ins Leben gerufen. Uns wurde damals für ein halbes Jahr eine Dame ehrenamtlich zur Seite gestellt. Sie hat mir sehr geholfen, wenn die Schmerzen so schlimm waren das es nicht mehr ging, hatte sie sich in der Zeit um Leni gekümmert.

Eine Entscheidung musste getroffen werden!

2017 habe ich nach langen Gesprächen mit meinen Frauenarzt dazu entschlossen, die Gebärmutter herausnehmen zu lassen. Die Schmerzen wurden und wurden nicht besser, im Gegenteil. An dem Tag der Op, wollten mir sogar die Krankenschwester die Op noch ausreden. Ich wäre ja noch so jung und so ….

Nach der OP, am Abend, kam der Frauenarzt auf mich zu und meinte es war definitiv eine gute Entscheidung. Sowas habe er noch nie gesehen. Mein ganzer Unterleib war voller Endometrioseherde und auch eine 5 cm große Schokoladen Zyste hat sich niedergelassen. Ich bin an dem Abend schon wieder auf der Station herum gelaufen und der Arzt fragte mich, ob ich denn keine Schmerzen hätte. Die Schmerzen die ich Jahre davor hatte, waren viel Schlimmer als der OP Wundschmerz. Viele aus dem Umfeld konnten oder können es auch heute nicht verstehen, wenn ich mal Sitzen bleiben muss oder mich hinlegen muss, weil die Schmerzen viel zu stark sind. 

Mir tut es auch immer sehr leid, wenn ich zu Leni sagen muss, die Mama kann heute nicht mit dir auf den Spielplatz rumturnen. Das tut mir immer in der Seele weh, wenn ich ihr das sagen muss. Ich möchte eigentlich nicht, das Leni unter den Auswirkungen zurückstecken muss. Aber leider lässt es sich nicht vermeiden. Die Krankheit ist schon schwer genug. Die Blicke der anderen Mütter, wenn ich sage, ich kann dir leider nicht helfen. Dann bekommt man gleich den Stempel “Ah Übergewichtig, die ist nur zu faul”. Das bin ich definitiv nicht. Eigentlich mag ich es mit Leni auf dem Spielplatz zu gehen und mit Ihr zu Spielen.

Auch das Gewicht ist so eine Sache, durch die ganzen Hormone die ich all die Jahre nehmen musste haben bewirkt das ich sage und schreibe 40 Kg! zugenommen habe. Die Hormone und meine Schilddrüse sind da echt ein sehr ungünstiges Zusammenspiel. Ich hoffe das ich irgendwann mein Gewicht trotz der Hormone und der Schilddrüsen Unterfunktion in den Griff bekommen. Das wird aber noch ein langer weg. 

Warum schreibe ich Euch dies?

Ich möchte auf die Krankheit aufmerksam machen. Ich möchte das Ihr wisst, dass Ihr nicht alleine seit. Wir Frauen sind alle Stark und gerade mit dieser Krankheit vergessen wir Frauen, wie stark wir sind. Wenn wir trotz starker Schmerzen für unsere Familie da sind und alles schaffen. Wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen. Wir Mamas können froh sein, das wir Kinder haben, das wir ein aus einer Unwahrscheinlichkeit etwas wunderbares geschaffen haben. Wir sollten zusammenhalten und jeder Frau, die am Anfang dieser Diagnose ist, die Kraft geben und zu sagen:

Es geschehen Wunder, nichts ist unmöglich!

Ihr werdet es nicht glauben, aber es Euch so schreiben, treiben mir wirklich die Tränen in die Augen. Den Weg den ich durchgemacht habe, haben wirklich sehr viele Frauen vor, während und auch später noch vor sich. Ich finde es sehr schade, dass es immer noch keine 100% Heilung für den ganzen Scheiß gibt! Man kann sich es nur immer wieder wegmachen lassen und auch die Hormone Schlucken, die uns die Ärzte anraten. Ich habe auch viel Homöopathisches probiert, aber selbst das hilft nicht wirklich. Ich bin aber an einem Punkt angelangt, bei dem ich Sage, ich möchte keine Hormone mehr schlucken. Im Moment stehe ich gerade wieder vor der Entscheidung, lasse ich wieder reinschauen und mir alles weg machen zu lassen. Aber jede neue Op bringt zwar in erste Linie kurzzeitig Linderung, aber auf lange sicht gesehen bringt es Risiken. Bei jeder Op können weitere Verklebungen und Verwachsungen entstehen, die weitere Schmerzen verursachen. Man steht hier immer vor Entscheidungen, was man machen soll.

Wie geht es Euch? Seit Ihr auch ein #Endowarrior? oder findet Ihr Euch sogar in meiner Geschichte ein wenig wieder? Schreibt mir. Ich freue mich über Eure Erfahrungen und wie Ihr mit der Krankheit umgeht.

 

 

14 Kommentare

  1. Bea

    Liebe Denise,

    ich kenne Dein Leben mit der Endometriose ja. Aber es noch einmal hier zu lesen, ist trotzdem nicht leichter. Es tut mir sehr leid, dass Du diese Schmerzen erleiden musst, das hat echt niemand verdient. Und dass es keine 100%ige Heilung gibt… so ein Mist!

    Lieben Gruß und halte die Ohren steif,

    Bea.

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  2. Bettina

    Liebe Denise Danke für deinen offenen Beitrag über deine Krankheit, ich glaube er ist sehr wichtig und macht Betroffenen Mut, und lehrt die Gesunden Verständnis – ich wünsche dir das Glück, deinen Weg zu finden, vielleicht bringt dich ein Austausch mit Annette weiter und die Charité in Berlin? Liebe Grüße Bettina

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  3. Natascha

    Liebe Denise,
    gelesen habe ich schon von dieser Krankheit, aber es ist etwas ganz anderes, eine persönliche Geschichte dazu lesen.
    Ich wünsche dir sehr sehr viel Kraft und das du dich nicht entmutigen lässt.

    Natascha

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    • denise

      Vielen Dank für die lieben Worte 🙂

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  4. Jana

    Ich selbst kannte die Krankheit bis eben auch noch nicht und habe gerade viel dazu gelernt! Ich denke, dein Beitrag wird vielen Betroffenen Mut machen!

    Liebe Grüße
    Jana

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    • denise

      Dann habe ich genau das erreicht, was ich erreichen wollte. 🙂 Vielen Dank

      Antworten
  5. View of my Life

    Servus – bis jetzt kannte ich mich damit nicht aus. Sehr informativer Artikel. Danke für den privaten Einblick, liebe Denise 🙂

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  6. Dr. Annette Pitzer

    In meiner Praxis für integrative Medizin und Psychotherapie behandle ich häufig Endometriose und ja es gibt die Chance auf Heilung. Die ständigen Schmerzen zermürben die Patientinnen, was häufig zu einem Aufgeben führt. Danke, für Deinen wichtigen Beitrag!
    Alles Liebe
    Annette

    Antworten
  7. Avaganza

    Das ist so ein wichtiges Thema das viele Frauen betrifft und es hilft Betroffenen sicher dass du so offen damit umgehst und deine Erfahrungen mit den Lesern teilst. Es tut mir leid für alles was du durchmachen musstest und ich wünsche dir viel Kraft. Hoffentlich wird bald eine Möglichkeit gefunden diese Krankheit zu heilen.

    lg
    Verena

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  8. Lea

    Mir wird schon länger angeraten, mich darauf untersuchen zu lassen, aber ich finde in Berlin einfach keine gute Gynäkologin. Ich muss mich wirklich dahinter klemmen. Danke, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast. Sie bricht einem das Herz und lässt neues daraus erwachsen.
    Lieber Gruß
    Lea

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    • denise

      das solltest du auf jedenfall angehen. In der Berliner Charité gibt es ein Endometriose Zentrum. Vllt. hilft dir das weiter 🙂

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  9. Anja S.

    Danke für die Einblicke. Wie ich Dir schon auf Facebook geschrieben habe, dachte ich auch einmal, dass ich das haben könnte. Nun ist es ja doch etwas anderes. Alles Liebe für Dich.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

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  10. Michelle

    Liebe Denise,
    Danke für deinen sehr intimen und persönlichen Eindruck. Ich habe viel über Endometriose gehört und gelesen, bin selbst davon aber nicht betroffen. Aber ich stelle mir das wirklich schwer vor, wenn man ständig von so starken Schmerzen geplagt ist. Die Entscheidung die Gebärmutter zu entfernen war sicher nicht einfach.
    Hormone sind wirklich schlimm, ich habe eine Schilddrüsenüberfunktion und musste da auch Hormone nehmen, dadurch habe ich einfach prompt um die 20 kg zugenommen.. ich kenne das also auch.

    Lass dich nicht unterkriegen!

    <3
    Michelle

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    • denise

      Hallo Michelle,

      vielen Dank für die lieben Worte.
      Das mit den Hormonen ist echt eine blöde Sache 🙁
      Liebe Grüße
      Denise (Mamschen)

      Antworten

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Ich Mamschen

Mein Name ist Denise Drews, ich bin Jahrgang 1987 und komme aus Hainburg. Ich bin seit August 2008 verheiratet und eine leidenschaftliche Mama seit Februar 2012. Der Name für den Blog „Mamschen“ ist von meiner fünfjährigen Tochter entstanden. Ich werde von ihr immer liebevoll Mamschen genannt.