Die Wackelzahnpubertät und meine Nerven

16. April 2018

Wie Ihr mitbekommen habt, kommt meine kleine Maus dieses Jahr in die Schule. Ich bin schon so aufgeregt, denn es ist ja wieder ein neuer Lebensabschnitt und die unbeschwerte Kindergartenzeit neigt sich dem Ende zu. Mit dem “Vorschuljahr” kommt aber auch etwas sehr Blödes ein her. Die Wackelzahnpubertät. Diese geht von 5 bis 7 Jahren.

In den letzten Jahren habe ich im Bekanntenkreis schon viel darüber erfahren bzw. miterleben können und nun stecken wir da voll drin. Nachdem wir die Kleinkindtrotzphase ja schon so schön mitgemacht haben, bleibt uns diese Phase nicht erspart. ( Wie wird das dann erst in der richtigen Pubertät)

Leni war bis dato ein Kind, das immer ihre Meinung gesagt hat und sich auch nicht so leicht davon abbringen lassen konnte. Auch das selbständige Spielen, wenn wir irgendwo waren, war bis jetzt kein Problem. In der letzten Zeit ist aber ein gewisser Satz bei uns Standard.

MAMA, mir ist soooooo Langweilig!!!!!!

Dieser Satz kommt in jeder erdenklichen Situation. Hier ein paar Beispiele:

  • Wir stehen an der Kasse ….
  • Wir sind gerade bei Freunden angekommen
  • Wir fahren 2 Minuten mit dem Auto
  • und so weiter

Ich könnte noch hunderte Situationen aufzählen. Der nächste Standart Satz bei uns zur Zeit ist folgender:

MAMA, ich hab kein Bock…..

Dieser Satz kommt dann meist als 2. wenn ich Ihr bestimmte Ideen anbiete. Zu allem kein Bock, aber langweilig ist es einen dann trotzdem. Dann kommt immer der gleiche Einfall von Leni..

MAMA, darf ich dein Handy….

Ich finde es sehr mittlerweile ich traurig, dass sich Kinder nicht mehr richtig selbst beschäftigen können. Diesen Satz hört man bei Kindern (nicht nur bei meiner) immer wieder. Klar, als Eltern ist man an dieser Situation auch selbst mit Schuld, denn wir leben es ihnen ja auch vor. Wir warten irgendwo und was machen wir Erwachsenen, wir holen unser Smartphone raus. Dass da die Kinder sich das auf die Dauer auch aneignen, ist dann abzusehen. Ich ertappe mich mittlerweile immer häufiger dabei, dass ich zu Ihr “Nein” sage, aber dann selbst mit dem Handy spiele. Dann meldet sich klein mein Gewissen und ich lege es in der Regel auch gleich weg, bzw. es kommt in meine Hosentasche.

Nun zurück zum eigentlichen Thema: Was macht die Wackelzahnpubertät mit uns, als Eltern und auch mit den Kindern. Ich finde die ganze Situation im Moment sehr nervenraubend. Man möchte seinem Kind etwas Gutes tun und was passiert dann……

ES HAT KEINEN BOCK!

 

Unternehmungen, die sie früher total geliebt hat, sind jetzt vollkommen aus der Mode. Klar, sie wird älter, dass da die alten Unternehmungen nicht mehr zeitgemäß sind, ist auch klar. Sie ist total wissenshungrig, das ich auch vollkommen Ok. Ich finde, als Eltern ist es recht schwer, sich in der neuen Welt zurechtzufinden. Was gestern noch total toll war, kann morgen schon total blöd sein. Ich habe schon von Eltern gehört, dass die Kinder in der Zeit sich vollkommen zurück ziehen, sogar kaum mehr was essen oder sie wollen nur noch im Zimmer sitzen. Auf einmal wird sogar der sonst so tolle Spielplatz total öde.

Ein neues Wort, das in der Wackelzahnpubertät auch vermehrt auftaucht, ist “NEIN” – Jede Frage wird erst mal mit Nein beantwortet.
In der Trotzphase, schmeißen die Kids sich auf den Boden und schreien und toben, was das Zeug hält. Aber in dieser Phase der Entwicklung wird diskutiert und gezickt und natürlich auch geweint. Die Diskussionen sind mittlerweile aber recht standhaft, da kommen teilweise Gegenargumente, die von mir selbst kommen könnten. Hier schließt sich der Kreis, die Kids lernen ja von den Besten.

Eins hab ich in der Phase gelernt, wenn ich einmal zu etwas Ja gesagt habe, dann wird man darauf fest genagelt. Alles, was gesagt wird, wird komplett analysiert und dann wird noch geschaut, wie kann sich die Worte zu seinem Vorteil drehen. Hier ein Beispiel:

Leni, du hast Fernsehverbot…..

Keine 10 Minuten nach dem Satz, kommt sie und fragt, ob sie auf Youtube schauen darf. Meine erste Reaktion ist in der Regel –  Nein, denn sie hat ja Fernsehverbot. Jetzt geht die Diskussion los…. Aber Mama, du hast nur gesagt, dass ich Fernsehverbot habe, von Tablet, Nintendo oder Handy hast du nichts gesagt. BÄM – In dieser Situation stelle ich immer wieder fest “Mist, ich muss mich besser ausdrücken” also werde ich es demnächst anders benennen.

Die Überlebensstrategie für Eltern ist…..

es gibt leider keine. Immer die Ruhe bewahren und einsehen, dass der kleine Teufel wieder auf der Schulter sitzt. Ich habe gelernt, die Regeln die wir haben zu minimieren. Auch wenn sie 6 Jahre alt ist, hat sich ein Recht in gewissen Dingen mit zu entscheiden. Es bringt, rein gar nichts, wenn man Kinder in diesem Alter in uns vorgegebene Muster versucht reinzuquetschen. Das bringt nur Missmut auf beiden Seiten und das muss es ja nun wirklich nicht sein.

Wir haben hier recht viel ausprobiert.

Schmipfen  – Hier überlege ich mir mittlerweile 2 mal ob es was bringt. Bei jedem kleinsten Geschmipfe kommen gleich die Tränen.
Ich habe in dieser Situation gelernt, mit ihr Reden und sie anzuhören. Auch wenn sie erst 6 Jahre alt ist, sie hat meiner Meinung nach auch ein Recht dazu, ihre Meinung und Gedanken zu äußern. Ich bin auch kein Fan davon, Kinder in von uns vorgegebene Muster hineinzuzwängen. Das bringt rein gar nichts. Irgendwann, spätestens in der (Höllischen) Pubertät brechen hier die Kids meist aus. Sie soll lernen und das von Anfang an, ihre Gedanken, Ängste und Wünsche mir mitzuteilen. Sie soll nicht das Gefühl haben, dass es mich nicht interessiert oder dass ich sie nicht ernst nehme.

Regeln – Unsere Regeln, habe ich sehr weit heruntergeschraubt. Einige Regeln, die wir bis jetzt hatten, sind auch nicht mehr für das Alter zeitgemäß. Die Regeln, die wir haben, hinterlassen bei Leni den Eindruck, dass sie selbst mitbestimmen darf. Wir fangen zum Beispiel jetzt schon an, den Schlafrhythmus, wie in der Schule zu finden. Das heißt, unter der Woche geht es (bis auf Montags) spätestens um 20 Uhr/20:30 ins Bett. Freitags und Samstags darf Leni selbst entscheiden, wie lange sie gerne aufbleiben möchte (aber dennoch bis maximal 22Uhr). Mittlerweile schläft sie morgens auch länger, da kann man sowas auch mal machen.

Zuhören – Auch wenn es manchmal schwerfällt, sollte man bei den Kids genau zuhören und versuchen sie in ihren Ängsten und Nöten ernst zu nehmen. Das ist wirklich nicht immer einfach.Ich nehme mir die Zeit und höre alles an und gemeinsam versuchen wir eine Lösung zu finden. Das klappt in der Regel ganz gut.

Familienzeit – Diese Zeit ist mega wichtig. Wir haben als 3er Familie nicht so viel gemeinsame Zeit, da unser Papschen auch geschäftlich häufiger verreisen muss. Anfangs war es schwer, wenn der Papa mal weg ist. Mittlerweile sind Mamschen und Leni ein gut eingespieltes Team. Aber dennoch genießen wir die Zeit zu 3. Wir besprechen dann gemeinsam, was wir unternehmen können. Auch hier beziehen wir Leni bewusst mit ein.

Auch mal verlieren können – Bei uns kullern dann auch mal Tränen, wenn man gerade mal nicht ein Spiel gewinnt. Mittlerweile nehme ich darauf auch keine besondere Rücksicht mehr und gewinne auch mal (auch eine Mama mag mal gewinnen). Sie hat sich da ganz gut im Griff, klar beim 3. Mal verlieren ist es dann schon schwierig, aber hey beim 4. Mal klappt es dann (auch wenn Mama etwas nachhilft).

Im Grunde genommen ist es wichtig bei einer Wackelzahnpubertät, die Kinder langsam an Entscheidungen mit teilhaben zu lassen. Sie sollten aber auch lernen, dass Entscheidungen, die sie treffen auch Konsequenzen mit sich ziehen. Die Kinder kommen hier in ein Alter, bei denen sie auch in einem gewissen Rahmen mitentscheiden möchten. Es sind zwar Regeln wichtig, aber dennoch sollten diese immer klar definiert sein, damit es keine Auslegungsmöglichkeiten gibt.

Ich denke mit unseren “Regeln” werden wir die Phase “Wackelzahnpubertät” schon wuppen. Ihr wisst ja, es wird nicht besser, sondern anders.

Wie geht Ihr mit dem Thema um? Haben sich Eure Kinder in dieser Phase auch schon so verändert?

 

Hierzu wurde mir ein tolles Buch empfohlen, dass einen über die Zeit der Wackelzahnpubertät hinweg hilft. Ich habe mir das Buch gleich als E-Book geholt. Ich bin echt gespannt. Kennt Ihr das Buch?

*Der Beitrag enthält einen Affiliate-Link, ich bekomme dadurch eine kleine Provision, der Kaufpreis ändert sich für Euch dadurch nicht.

11 Kommentare

  1. Mama Maus

    Hallo Denise,

    oh ja, die Wackelzahnpubertät. Unsere beiden Großen stecken beide gerade mittendrin und ja es ist anstrengend, aber es gehört auch zum “Erwachsenwerden” dazu. Sie grenzen sich ab und das ist gut so. Wobei ich oft hoffe, dass sie in der Pubertät etwas gnädiger mit mir umgehen, schließlich mussten wir jetzt bereits recht viel ertragen. 😉

    Viele Grüße
    Mama Maus

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  2. Sophie

    ‘Wackelzahnpubertät’ ist ein himmlischer Begriff! Kannte ich bisher noch nicht. Ich kann mich an viel aus meiner Kindheit erinnern, aber an so eine Phase so gar nicht. Ist auf jeden Fall mal wert bei meiner Mama nachzuhaken, wie das so bei uns war 🙂

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  3. Nadja

    Der Große ist auch in der Wackelzahnpupertät. Ich kenne das also 😉.

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  4. Sandra

    Guten Abend.
    Ach wie gut ich das kenne! Zumindest von Kind 1, 2 und 3. Konnte meine Kinder in deinen Zeilen wiederfinden. Irgendwie schön zu wissen, dass ich nicht alleine bin.

    Liebste Grüße und einen schönen Abend,
    Sandra.

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  5. I need sunshine

    Das Buch lese ich gerade in der Variante für Kleinkinder, denn meine Tochter ist 2 Jahre alt und damit mitten in der Autonomiephase. Mir hat das Buch schon sehr geholfen zu verstehen, was in meiner Tochter vor sich geht.

    Liebe Grüße,
    Diana

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  6. Alisia Clark

    Hallöchen 🙂

    Sehr schöner Beitrag!
    ich hab es selbst schon oft erlebt, dass Kinder immer wieder das Handy wollen und irgendwie ist es halt doch traurig…. was noch traurig ist, dass es ohne zu lesen und zu schreiben schon weiß, was es tippen muss, damit bei youtube Jonalu raus kommt.. (bei meinem kleinen Bruder… der ist 3.) aber Gott sei dank, will er nicht so oft da dran 🙂 Sondern einfach nur raus spielen. Aber mit der Trotzphase… der ist gerade mitten drin…

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  7. Nadine von tantedine.de

    Wackelzahnpupertät habe ich tatsächlich noch nie gehört aber ich finde es super 🙂 Meine Schwester hat drei Kinder und ich bewundere sie manchmal für ihr Durchhaltevermögen. Es ist sicherlich nicht leicht in so einer Phase alle zufreidenzustellen. Deine Ansätze finde ich klasse! Wichtig ist es wirklich, anständig und auf Augenhöhe mit den Kindern zu reden und sich als Elternteil durchzusetzen. Schön, dass auch du mal gewiinst und nicht nur deine Kinder gewinnen lässt 😉

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

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  8. L♥ebe was ist

    ich finde ja schon den Begriff Wackelzahnpubertät so genial 🙂
    und ich bin mir sicher, dass ich ganz genauso war in dieser Zeit … meine lieben Eltern hatte es wirklich nicht immer leicht 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

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  9. Nadine

    Bei uns ist die Wackelzahnpubertät noch nicht angekommen, obwohl die Tochter schon sechs ist. Dafür ist der 4-Jährige noch nicht aus den „Terrible Two“ raus 😉

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  10. ina

    Ich frag mich nur warum muss alles so komische Bezeichnungen bekommen. Das sind einfach ganz normale Entwicklungsphasen und mit Pubertät hat es das gar nichts zu tun und nicht mal annähernd eine Ähnlichkeit;-). Inzwischen nachdem wir da schon 3x durch sind und noch einmal durch müssen, sehen wir das ganz entspannt. ist ja alles nur eine Phase und die Entwicklung zu sehen die sie in dieser Lebensphase durchmachen sind auch toll, sie werden da nach und dadurch nämlich oft sehr selbstständig.
    Kind in allen Phasen ernstnehmen und sie versuchen zu verstehen und einfach da abholen hat hier bisher durch jede Phase durchgeholfen, mal weniger einfach mal mehr.

    Lg aus Norwegen
    Ina

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  11. Lia

    Ich habe ja selber (noch) keine Kinder, werde mir deine Tipps für später sicherlich zu Herzen nehmen! 🙂
    Alles Liebe,
    Lia von http://www.lia-lemon.com

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Ich Mamschen

Mein Name ist Denise Drews, ich bin Jahrgang 1987 und komme aus Hainburg. Ich bin seit August 2008 verheiratet und eine leidenschaftliche Mama seit Februar 2012. Der Name für den Blog „Mamschen“ ist von meiner fünfjährigen Tochter entstanden. Ich werde von ihr immer liebevoll Mamschen genannt.